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Adenoide - Vergrößerung der Rachenmandeln

Die Vergrößerung der Rachenmandel entsteht durch eine Zunahme des lymphatischen Gewebes im Rahmen der Ausbildung des Immunsystems im Kindesalter. Man bezeichnet sie in der Fachsprache Adenoide, im Volksmund auch als „Polypen“. Sie sind im Alter zwischen 3 und 6 Jahren am deutlichsten ausgeprägt.

Was sind Adenoide?

Die Vergrößerung (Hyperplasie) der Rachenmandel ist eine Volumenzunahme des lymphatischen Gewebes, aus dem die Rachenmandel zum größten Teil besteht.

Adenoid

Anatomie des Nasenrachenraumes:

Hinter der Mundhöhle schließt sich der Rachen (Pharynx) an. Der Rachen gliedert sich in drei übereinanderliegende Etagen.

Häufigkeit der vergrößerten Rachenmandeln:

Eine vergrößerte Rachenmandel mit Krankheitszeichen tritt am häufigsten bei Kindern zwischen dem 3. und 6. Lebensjahr auf.

Ursachen der vergrößerten Rachenmandel:

Hormonelle und erbliche Einflüsse, vor allem aber der ständige Kontakt mit immer neuen Krankheitserregern im Kindesalter sind die Ursachen der Rachenmandelvergrößerung.

Krankheitszeichen bei vergrößerten Rachenmandeln:

Durch die Rachenmandelvergrößerung dann der Nasenrachenraum teilweise oder fast vollständig verlegt sein. Dadurch kommt es zu einer Behinderung der Nasenatmung mit ständigem Schnupfen und eventuell begleitenden Nasennebenhöhlenentzündungen oder auch zu Ohrproblemen.

Untersuchungen bei vergrößerten Rachenmandeln:

Bei ausgeprägter Rachenmandelvergrößerung fallen oft bereits beim Anschauen des Kindes der offen stehende Mund, die laufende Nase und eine blasse Haut auf. Dieses ganz typische Bild wird von den Ärzten als Facies adenoidea (Gesichtsausdruck bei vergrößerter Rachenmandel) bezeichnet.

Erkrankungen, die den Adenoiden ähneln:

Die Krankheitszeichen der Rachenmandelvergrößerung sind in der Regel so typisch, dass die Erkrankung nur von wenigen, sehr seltenen anderen Krankheitsbildern abgegrenzt werden muss.

Behandlung bei vergrößerten Rachenmandeln:

Grundsätzlich hat allein die Vermehrung des llymphatischen Gewebes im Nasenrachenraum im Kindesalter zunächst keinen Krankheitswert, da es praktisch bei allen Kindern im Rahmen der immunologischen Aktivität zu solch einer Vermehrung kommt. Deshalb wird eine vergrößerte Rachenmandel erst dann als Erkrankung betrachtet und behandelt, wenn Krankheitszeichen auftreten.

Krankheitsverlauf bei vergrößerten Rachenmandeln:

Bleibt eine vergrößerte Rachenmandel mit begleitenden Krankheitszeichen unbehandelt, kann es zu Entwicklungsverzögerungen des Kindes kommen.

Gibt es alternative Behandlungsmethoden bei vergrößerten Rachenmandeln?

Gleichwertige Alterntiven zur operativen Behandlung gibt es bisher nicht. Kürzlich wurde darauf hingewiesen, dass die Krankheitsfolgen der Rachenmandelvergrößerung auch durch Anwendung eines kortisonhaltigen Nasensprays gebessert werden können.

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Allergietestung
bei Ihnen soll ein Pricktest durchgeführt werden, mit dem eine Allergie vom Soforttyp erkannt und diagnostiziert werden kann. Vermutet wird bei Ihnen eine allergische Rhinitis, ein allergisches Asthma oder eine Neurodermitis.

Der Prick-Hauttest ist ein zuverlässiger Test. Hier werden die körpereigenen Immunzellen direkt mit dem Allergen in Kontakt gebracht. Durch typische Veränderungen, wie eine Rötung und Anschwellen des betroffenen Hautareals kann der Arzt von einer allergischen Reaktion des Körpers ausgehen.

Der Prick-Hauttest zeigt eine hohe Zuverlässigkeit. Der kleine Kratzer dient dazu, dass die Lösung in die sogenannte intrakutane Hautschicht gelangen kann. Dort wird das aufgebrachte Allergen von Allergen-aufnehmenden Zellen, die wie Polizisten alles überwachen, aufgenommen. Diese Zellen setzen, im Falle einer vorliegenden Sensibilisierung auf das Allergen, eine allergische Reaktion in Gang.

Dieser Test funktioniert natürlich nur dann, wenn er richtig durchgeführt wird. Das erfordert von dem Untersucher entsprechende Erfahrung. Grundsätzlich findet der Allergietest diejenigen Allergene heraus, die den Betroffenen tatsächlich Schwierigkeiten bereiten können. Ein positiver Test zeigt, dass das Immunsystem sich schon einmal mit der Produktion von Antikörpern gegen das getestete Allergen auseinander gesetzt hat. (eine sogenannte Sensibilisierung liegt vor).

Die Größe und die Intensität der Rötung und Schwellung der getesteten Hautgebiete (sogenannte Quaddeln) erlaubt keine Aussage darüber, wie stark die allgemeine klinische Reaktion auf unterschiedliche Allergene ausfällt.

Es ist durchaus möglich, dass die betroffenen Patienten im Hauttest auf Katzenepithel-Allergene nur leicht reagieren, aber bei Anwesenheit einer Katze klinisch sehr starke allergische Symptome aufweisen. Das kann unter anderem daran liegen, dass die Katzenhaarepithelien eingeatmet werden und dadurch eine Reizung der Nasen- und Bronchialschleimhaut erfolgt. Diese allergischen Reaktionen der Schleimhäute können anders ausfallen, als die Reaktionen der Haut.

Vorbereitung und Testung

Zur korrekten Testdurchführung dürfen Sie mindestens 7 Tage vor der Testung keine Antihistaminika (antiallergische Tabletten) bzw. Cortison bis 21 Tage zuvor eingenommen haben.

Es gibt verschiedene Trägerlösungen mit Baum-, Kräuter-, Gräser-, Getreide-, Milben-, Tierhaare-, Federn- und Pilzallergenen. Diese werden nach ärztlicher Anordnung auf der Beugeseite der Unterarme getestet.
Dabei wird jeweils ein Tropfen der Testsubstanz, eine Positiv- und eine Negativkontrolle auf die Haut des Unterarmes getropft und mit einer Pricklanzette die Hautoberfläche unter dem Tropfen oberflächlich eingeritzt.

Nach 15-20 min. wird die Reaktion auf der Haut abgelesen und Ihr Arzt kann Sie über das Testergebnis informieren.

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Audiometrie

Was ist eine Audiometrie?

Die Audiometrie umfasst verschiedene Verfahren, mit deren Hilfe die Gehörfunktion überprüft werden kann.

Wozu dient eine Audiometrie?

Der Arzt stellt bei dieser Untersuchung die Art und den Grad der Schwerhörigkeit des Patienten fest.

Wie wird eine Audiometrie durchgeführt?

Alle audiometrischen Verfahren werden in speziellen, schallgedämpften Räumen durchgeführt. Dabei unterscheidet man folgende Verfahren:

Tonaudiometrie:

Mit Hilfe eines Tongenerators werden Töne verschiedener Frequenzen erzeugt. Sie reichen vom Tiefton- (250 Hz) bis zum Hochtonbereich (8000 Hz). Durch einen Lautstärkeregler kann der Untersucher diese Töne so lange verändern, bis der Patient einen Ton hören kann. Die Intensität des Tones, mit der dieser gerade noch wahrgenommen werden kann, wird die Hörschwelle genannt und in Dezibel (dB) angegeben.
Dem Patienten werden die Töne zunächst über Kopfhörer vorgegeben. Das heißt, der Patient hört über die Luftleitung. Anschließend überprüft der Untersucher die Knochenleitung, indem er dem Patienten einen Vibrationsleitungshörer auf den Knochen hinter dem Ohr aufsetzt. Dieser Knochen leitet die vom Hörer empfangenen Töne an die Schnecke im Innenohr weiter, sodass der Patient die Töne wahrnehmen kann.
Sowohl bei Luft- als auch bei Knochenleitung gilt immer: Wenn das eine Ohr beschallt wird, dann kann das andere Ohr nicht mithören. Das rechte und das linke Ohr werden also nacheinander beschallt.
Bei jedem Frequenzbereich erhöht der Untersucher die Lautstärke des Tones stufenweise, bis der Patient den Ton gerade wahrnehmen kann. Der Patient gibt ein Zeichen, sobald er den Ton hört.
Die Ergebnisse werden in ein Audiogramm eingetragen. Auf diese Weise wird die Hörschwellenkurve des Patienten für Luft- und Knochenleitung ermittelt. Die Nulllinie im Audiogramm entspricht der Hörschwelle eines Jugendlichen mit normaler Hörfähigkeit.
Durch den Vergleich der ermittelten Hörschwellenkurven mit der Nulllinie kann der Arzt Aussagen über die Art der Schwerhörigkeit machen.

Sprachaudiometrie:

Bei diesem Verfahren werden dem Patienten über Kopfhörer mehrsilbige Zahlen und anschließend einsilbige Testwörter vorgespielt. Dies erfolgt zunächst in geringer Lautstärke. Der Patient muss dann die Zahlen und Wörter wiederholen. Die Lautstärke wird bei den nächsten Testdurchgängen stufenweise erhöht.
Der Arzt stellt auf diese Weise fest, wie viel Prozent der Zahlen und Wörter bei den verschiedenen Lautstärken gehört werden.
Im Sprachaudiogramm werden dann die Kurven für das Zahlen- und Wortverständnis festgehalten.
Liegt eine Schallleitungsschwerhörigkeit vor, werden bei genügend großer Lautstärke alle Zahlen und Wörter verstanden.
Bei bestimmten Schallempfindungsstörungen dagegen werden selbst bei großer Lautstärke nicht alle Zahlen und Wörter richtig verstanden.

Spielaudiometrie:

Die Spielaudiometrie wird bei Kindern zwischen dem zweiten und vierten Lebensjahr durchgeführt. Dabei soll das Kind beim Hören eines Tones einen Baustein zu den anderen legen oder auf ein neues Bild zeigen.
Der Arzt untersucht das Kind mit dieser Methode auf eine mögliche Hörstörung und prüft gleichzeitig den Intelligenzgrad, den allgemeinen Entwicklungsstand und den Sprachentwicklungsstand des Kindes.

Welche Komplikationen können bei einer Audiometrie auftreten?

Die verschiedenen Methoden zur Prüfung des Hörvermögens sind gefahrlos.

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Geruchs- und Geschmacksprüfung

Geschmacksprüfung

Bei der Geschmacksprüfung ergeben sich bei Störungen der Rezeptoren selbst sowie bei Hirnnervenausfällen typische Veränderungen.
Neben der Chorda tympani des Nervus facialis, über die die vorderen zwei Drittel der Zunge (süß, sauer und salzig) inerviert werden, und dem Nervus glossopharynegus, der das hintere Zungendrittel (bitter) versorgt, haben auch der Nervus vagus und der Nervus trigeminus (scharf) Anteil an Geschmacksempfindungen.
Die Tatsache, dass einzelne Hirnnerven unterschiedliche Geschmacksqualitäten übertragen, wird auch bei der praktischen Untersuchung berücksichtigt.
Ausfälle der Geschmacksempfindung werden als Ageusien bezeichnet.

Bei der Geschmacksprüfung werden verschiedene Substanzen verwendet, die jeweils nur Empfindungen einer Geschmacksqualität hervorrufen. Außerdem sollten diese Stoffe auch keine Geruchsempfindung auslösen.
Man verwendet Lösungen von Saccharose für suß, Natriumclorid für salzig, Zitronensäure für sauer und Chinin für bitter.
Bei den Konzentrationen dieser Lösungen werden die einzelnen Qualitäten ungefähr gleich intensiv wahrgenommen. Die Konzentrationen sichn do hoch gewählt, dass die Unterscheidung der Qualitäten leicht möglich ist, andererseits so niedrig, dass die Rezeptoren nicht zu stark adaptieren und einen die weitere Untersuchung behindernden Nachgeschmack auslösen.

Der Proband streckt die Zunge heraus. Der Untersucher tupft mit Wattestäbchen nacheinander geringe Mengen der einzelnen Geschmackslösungen auf bestimmte Areale der Zunge. Es sollten kleine Areale untersucht werden. Dabei ist auf eine getrennte Untersuchung der linken und rechten Zungenhälfte sowie der einzelnen Zungendrittel zu achten.
Aus dem so erhobenen Befund kann dann auf Läsionen im Bereich der oben erwähnten Hirnnerven rückgeschlossen weren.

Geruchsprüfung

Im Gegensatz zur Geschmacksprüfung bigt es beim Geruchssinn mehrere hundert unterschiedliche Qualitäten, die von verschiedenen Personen zum Teil nicht gleich gut wahrgenommen werden. Es gibt auch kaum Unterschiede in der nervösen Versorgung einzelner Geruchsqualitäten (ausgenommen einige wenige, wie z.B. „stechend“, die über dem Nervus trigeminus vermittelt werden).
Ausfälle des Geruchssinnes nennt man Anosmien. Sie sind relativ häufig und können viele Ursachen haben.

Man verwendet zur Untersuchung des Riechvermögens verschiedene aromatische Substanzen, zum Beispiel Zimtöl, Vanilleöl, Nelkenöl oder Kaffee. Essig oder Salmiak sind nicht gut geeignet, weil sie über den Nervus trigeminus auch bei Anosmie eine Wahrnehmung hervorrufen können.

Die Stoffe werden dem Probanden bei geschlossenen Augen und jeweils einer zugehaltenen Nasenöffnung angeboten. Der Proband sollte in der Lage sein, einzelne typische Geruchsstoffe zu erkennen und zu differenzieren. Da der Geruchssinn sehr stark adaptiert und außerdem von der Lufttemperatur und –feuchtigkeit abhängt, werden für die (selten durchgeführte) klinische Prüfung spezielle Geräte (Olfaktometer) verwendet, bei welchen der Riechstoff einem standardisierten Luftstrom für eine definierte Zeit zugesetzt wird.

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Hörtests

Was ist ein Hörtest?

Mit einem Hörtest überprüft der Arzt das Hörvermögen. Grundsätzlich stehen dazu zwei Verfahren zur Verfügung:

  • Subjektive Testverfahren: sie sind vom Patienten beeinflussbar
  • Objektive Testverfahren: diese lassen eine Beurteilung des Hörvermögens ohne Angaben des Patienten zu.

Wie funktioniert ein Hörtest?

Bei nahezu allen Hörtests werden den Patienten akustische Reize in Form von Tönen, Silben oder Geräuschen angeboten und die Reaktionen darauf aufgezeichnet. Die wichtigsten Verfahren sind hierbei die sog. Audiometrien.

Wozu dient ein Hörtest?

Durch die Hörprüfung kann der Arzt folgendes feststellen:

  • Den Schweregrad der Hörstörung (Quantität)
  • Die Art der Hörstörung (Qualität)
  • Den Sitz der Hörstörung. Dabei unterscheidet man die Schallleitungsschwerhörigkeit und die Schallempfindungsschwerhörigkeit. Die Schallleitungsschwerhörigkeit entsteht im äußeren Ohr oder im Mittelohr. Dies ist unter anderem der Fall bei einer Blockade im äußeren Gehörgang, z.B. durch Ohrenschmalz.
    Die Schallempfindungsschwerhörigkeit stellt eine Störung der Wahrnehmung das und entsteht entweder im Innenohr, im Hörnerv oder im Zentralnervensystem.
  • Die mögliche Ursache einer Hörstörung
  • Von erheblicher Bedeutung ist für den Arzt festzustellen, ob der Patient simuliert, seine Schwerhörigkeit also nur vorspielt oder sie verleugnet, was man fachsprachlich als Dissimulation bezeichnet. Für beides gibt es spezielle Hörtests.

Wie wird ein Hörtest durchgeführt?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Hörtest durchzuführen. Dazu gehören folgende Testverfahren:

Subjektive Testverfahren:

  • Hörweitenprüfung: Hier testet der Arzt die Schallwahrnehmung beider Ohren. Um den hohen Frequenzbereich des Ohres zu prüfen, flüstert er aus verschiedener Entfernung nacheinander viersilbige Zahlwörter wie 21 oder 99. Um den tieferne Frequenzbereich des Ohres zu prüfen, spricht er diese Zahlwörter in Zimmerlautstärke. Jedes Ohr wird einzeln geprüft. Die Hörweite wird in Metern angegeben. Hört der Patient das Flüstern aus 6 bis 8 Metern, ist das Hörvermögen normal. Orientierend kann man sagen, dass bei einer Schallleitungsschwerhörigkeit tiefe Frequenzbereiche relativ schlecht, bei einer Schallempfindungsschwerhörigkeit dagegen die höheren Frequenzbereiche schlechter gehört werde.
  • Stimmgabelprüfung: sie dient zur groben Prüfung einer Hörminderug.
  • Elektroakustische Hörprüfung (Audiometrie): mittels moderner audiometrischer Verfahren kann die Gehörfunktion unter anderem mit der Tonaudiometrie, der Sprachaudiometrie und anderen überschwelligen Hörtests geprüft werden.

Objektive Testverfahren:

  • Elektrische Reaktionsaudiometrie (BERA): Diese Prüfung ist vor allem bei Menschen nötig, die beim regulären Hörtest nicht mithelfen können, wie beispielsweise bei Säuglingen. Auch zur Prüfung des Hörnerven und der Hörbahn ist die BERA-Untersuchung unerlässlich.
  • Otoakustische Emissionen (OAE), elektroakustische Hörprüfung: Dabei wird die Funktion des Innenohrs geprüft. Treffen Töne auf ein Ohr, so kontrahieren sich die äußeren Haarzellen. Die äußeren Haarzellen sind Sinneszellen, die sich im Innenohr befinden. Diese Kontraktion verursacht das Aussenden von Geräuschen, die man otoakustische Emissionen nennt. Spezielle, hoch empfindliche Messmikrophone, die im äußeren Gehörgang platziert werden, können solche Geräuschaussendungen registrieren.
  • Tympanometrie: Sie dient der Messung des Mittelohrdrucks. Dabei werden im äußeren Gehörgang, in dem sich die Mess-Sonde befindet, verschiedene Drücke erzeugt: zuerst ein Unterdruck, dann der gleiche Druck, wie er im Mittelohr herrscht, und zum Schluss ein Überdruck. Solche Änderungen des Luftdrucks bewirken eine Veränderung der Spannung des Trommelfell – und Gehörknöchelchen – Apparats und damit eine Impedanzänderung. Der dabei gemessene reflektierte Schallanteil kann in einer Kurve aufgezeichnet werden, dem Tympanogramm. Mit dessen Hilfe kann der Arzt beispielsweise auf die Beschaffenheit des Trommelfells schließen.
  • Stapediusreflexprüfung: Wird ein Ohr des Patienten mit großer Lautstärke beschallt, so kommt es in beiden Ohren zur reflektorischen Kontraktion eines Mittelohrmuskels, des Stapediusmuskels. Dies geht mit einer Versteifung der Gehörknöchelchenkette einher, die sich messen lässt. Durch die Beschallung eines Ohrs und der Messung des reflektierten Schallanteils auf dem anderen Ohr lassen sich verschiedene Formen der Schwerhörigkeit erkennen.

Welche Komplikationen können bei einem Hörtest auftreten?

Die verschiedenen Methoden zur Prüfung des Hörvermögens sind gefahrlos.

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Hyposensibilisierung
Die Hyposensibilisierung hat das Ziel, die Immunlage des Patienten derart zu verändern, dass Allergene wie bei einem Gesunden ohne Reaktion vertragen und toleriert werden.

Voraussetzung dazu ist, dass die Allergene zweifelsfrei identifiziert sind, sie sind die Ursache der allergischen Beschwerden. Eine Hyposensibilisierung ist nicht
„auf einen Schwung“ möglich, d.h. es können immer nur einige wenige Allergene in die Therapie aufgenommen werden. Meistens sind es diejenigen, auf die der Betroffene am heftigsten reagiert.

Der Arzt injiziert dabei in von Sitzung zu Sitzung steigender Dosierung die Allergene (manchmal sind es auch deren veränderten chemischen Bestandteile).
Allgemein dauert eine Therapie 3 Jahre, und es sollte noch 1 Jahr über die Erscheinungsfreiheit der Beschwerden hinaus therapiert werden.
Wer sich für eine Hyposensibilisierung entscheidet, und diese sachgemäß durchführt, kann für viele Jahre von seinen allergischenBeschwerden verschont bleiben. Allerdings ist die Methode langwierig und erfordert wöchentliche bzw. monatliche Behandlung.

Außerdem ist solch eine Behandlung nicht immer frei von Nebenwirkungen. Es können schwere Abwehrreaktionen (Schwellungen an der Injektionsstelle) bis hin zum lebensbedrohlichen Allergieschock entstehen.
Der Patient muss daher nach jeder Behandlung noch mindestens eine halbe Stunde in der Praxis bleiben, damit der Arzt gegen die möglicherweise auftretenden Nebenwirkungen sofort mit Medikamenten vorgehen kann.

Auch darf der Patient nach der Therapie mehrere Stunden lang keine körperliche Anstrengungen unternehmen, ebenso ist die Mitarbeit bezogen auf die Auskunft über die Verträglichkeit der letzten Injektion und zwischenzeitliche Erkrankungen sehr wichtig. Für die Zukunft werden durch die Verabreichung von Peptiden (Eiweiß-partikel der Allergene) Erleichterungen in Aussicht gestellt und sollen zu einer Verbesserung der Therapie führen.

Andere aktuelle Applikationsformen wie die Gabe über den Mund, unter die Zunge oder über die Nase (oral, sublingual oder nasal) sind in ihrer Wirksamkeit nicht ausreichend abgesichert, auch wenn einzelne Studien positive Ergebnisse schildern.

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Parazentese und Paukenröhrchen

Wann kann oder soll eine Parazentese durchgeführt werden?

Eine Parazentese (Tommelfellschnitt) wird immer dann durchgeführt, wenn die Funktion der schallleitenden OrganeTrommelfell oder Gehörknöchelchen durch eine Flüssigkeitsansammlung in der Paukenhöhle beeinträchtigt ist.

Wann sollte eine Parazentese mit oder ohne Paukendrainage durchgeführt werden?

Eine Parazentese bzw. Paukendrainage können notwendig werden .

  • Bei einer akuten Mittelohr- oder Warzenfortsatzentzündung mit erheblicher Vorwölbung des Trommelfells, Schmerzen und plötzlicher Innenohrschwerhörigkeit (z.B. durch Übergreifen der Entzündung auf das Innenohr), wenn eine Behandlung mit Antibiotika nicht innerhalb von 48 Stunden zur Besserung führt. Über den Parazenteseschnitt gewonnenes Sekret kann zu einer mikrobiologischen Untersuchung ins Labor gesandt werden. Dabei wird festgestellt, welcher Erreger die Entzündung hervorgerufen hat und gegen welche Antibiotika er empfindlich ist.
  • Bei einer Flüssigkeitsansammlung hinter dem Trommelfell durch eine vergrößerte Rachenmandel (sehr häufig bei Kindern) oder durch einen Tumor im Nasenrachenraum (selten, bei Erwachsenen).
  • Bei einer Flüssigkeitsansammlung hinter dem Trommelfell im Rahmen wiederkehrender Entzündungen der Nase und der Nasennebenhöhlen.
  • Bei einer längerfristigen Belüftungsstörung der Paukenhöhle z.B. infolge einer Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalte, infolge von Vernarbungen im Nasenrachenraum oder nach Bestrahlungen im Kopfbereich.
  • Zur Gabe von Medikamenten direkt in die Paukenhöhle z.B. beim Morbus Meniere.
  • Bei Sauerstofftherapie in einer Druckkammer und fehlendem Druckausgleich. Unter Druckausgleich versteht man die aktive Anpassung des Mittelohrdrucks an den umgebenden Luftdruck, z.B. durch Aufblasen der Backen bei verschlossener Nase und verschlossenem Mund.

Hinter dem Trommelfell, in der Paukenhöhle befinden sich die 3 Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel. Sie sind bis zu einem Zentimeter groß und leiten die Schallwellen vom Trommelfell zum Innenohr weiter. Die Paukenhöhe ist über die Ohrtrompete (Tube) mit dem Nasenrachenraum verbunden. Durch die Ohrtrompete wird die Paukenhöhle belüftet. Dies ist wichtig für den Druckausgleich zwischen Mittelohr und Außenluftdruck und von großer Bedeutung für die ungehinderte Übertragung der Schallwellen durch Trommelfell und Gehörknöchelchenkette. Am Rand der Tubenöffnung im Nasenrachenraum befindet sich eine Ansammlung von lymphatischem Gewebe, die Rachenmandel.

Auf dieser Abbildung wird deutlich, dass eine vergrößerte Rachenmandel die Öffnung der Ohrtrompete im Nasenrachenraum verschließt. Sekret sammelt sich hinter dem Trommelfell. Wird dieses mit Krankheitskeimen besiedelt, entsteht eine akute Mittelohrentzündung

Paukenerguss Zeichnung 1Eine alleinige Parazentese wird in der Regel durchgeführt, wenn es sich im dünnflüssiges Sekret hinter dem Trommelfell handelt und die Aussicht auf eine schnelle Ausheilung gut ist, z.B. bei einer akuten Mittelohrentzündung ohne Komplikationen und bei gleichzeitig durchgeführter Rachenmandelentfernung im Kindesalter.

Wenn es sich um zähflüssiges Sekret handelt und der Krankheitsprozess voraussichtlich länger dauert, muss die Mittelohrbelüftung langfristig durch eine Paukendrainage sichergestellt werden.

Bei einer akuten Mittelohrentzündung mit Komplikationen kann eine Parazentese bzw. Paukendrainage sofort erforderlich sein.

Wann kann der Eingriff nicht durchgeführt werden?

Es gibt fast keine Gründe, die gegen den Eingriff sprechen, ausgenommen die Ablehnung durch den Patienten oder deren Eltern.

Auch eine nicht gegebene Narkosefähigkeit bei Kindern, z.B. bei akuten Infekten der Atemwege kann die Durchführung der Parazentese (vorübergehend) verbieten.

Bei einer Mittelohrentzündung gilt der Eingriff nicht als Routinebehandlung, hier sollte zunächst versucht werden, die Entzündung durch Antibiotika abklingen zu lassen.

Ist das Trommelfell stark vorgeschädigt durch frühere Entzündungen oder Eingriffe, so kann die Parazentese und besonders das Röhrchen das Risiko einer bleibenden Trommelfellperforation mit sich bringen und sollte in diesen Fällen unterbleiben.

Durchführung einer Parazentese:

Ein kleiner Schnitt in das Trommelfell wird als Parazentese bezeichnet. Unter Paukendrainage versteht man das Einsetzen eines kleinen Drainageröhrchens in diesen Schnitt im Trommelfell.

Der Eingriff kann ambulant oder stationär durchgeführt werden. Die Operation wird bei Kindern vor dem 12. Lebensjahr in der Regel in Allgemeinnarkose erfolgen. Ab dem 12. Lebensjahr und bei Erwachsenen kann die Operation auch in örtlicher Betäubung durchgeführt werden.

Zur örtlichen Betäubung des Trommelfells wird ein Betäubungsmittel mit einem Wattetupfer in den Gehörgang vor das Trommelfell gelegt. Zusätzlich kann durch zwei Einstiche vor und hinter dem Ohr der Gehörgang betäubt werden. Unter mikroskopischer Sicht wird ein kleiner Schnitt mit einem feinen Messer im unteren Trommelfellbereich ausgeführt. Durch diese Öffnung wird dann vorhandenes Sekret aus der Paukenhöhle abgesaugt.

Schnitt ins TrommelfellMit einem feinen, federförmigen Messer wird ein kurzer

Schnitt im unteren Bereich des Trommelfells ausgeführt. Jetzt kann das Sekret aus der Paukenhöhle über den Gehörgang nach außen abfließen oder abgesaugt werden.

Da der kleine Schnitt sich schnell wieder verschließen würde, kann nun ein Drainageröhrchen aus Metall, meist Gold, oder Kunststoff in die Öffnung eingesetzt werden. Die Öffnung im Trommelfell bewirkt, dass die dahinter liegende Paukenhöhle belüftet wird und eine Sekretabflussmöglichkeit besteht.

Um den Sekretabfluss für länger Zeit zu gewährleisten, wird ein kleines Röhrchen aus Metall oder Kunststoff in die Öffnung eingesetzt.

Paukenröhrchen Detail ZeichnungIn der Regel verursacht der Eingriff keine Schmerzen. Nur bei einer stärkeren Blutung, die jedoch sehr selten vorkommt, ist eine erforderlich. Dazu wird der Gehörgang fest mit Streifen aus Verbandmaterial gefüllt. Die Dauer des Eingriffs hängt unter anderem davon ab, wie viel Sekret abgesaugt werden muss und beträgt meist nicht mehr als ca. 5 Minuten.

Da die Ursache für eine Ergussbildung in der Paukenhöhle bei Kindern häufig eine Vergrößerung der Rachenmandel ist, wird diese Operation oft mit einer Rachenmandelentfernung (Adenotomie) verbunden.

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Schwindelprüfung

Kalorische Vestibularisprüfung

Diese Untersuchung prüft mit Kälte- und Wärmereizen die Gleichgewichtsempfindungen.

Durch Abkühlung des Knochens um das Gleichgewichtsorgan mit 30°C Wasserspülung des äußeren Gehörganges oder Erwärmung (44°C) für die Dauer von 30 Sekunden wird die Dichte der Flüssigkeit im Gleichgewichtsorgan verändert, wodurch eine Flüssigkeitsströmung entsteht. Diese reizt die Sinneszellen im Gleichgewichtsorgan.

Dieser Vorgang hat genau dieselbe Wirkung wie die Reizung durch Kopfbewegungen (Winkelbeschleunigung), d.h., sie löst über die Verbindungen zu den Nerven für die Augenmuskeln schnelle Augenbewegungen (Nystagmen) aus.

Dieser Nystagmus kann mittels einer besonderen Brille beobachtet oder per Computer exakt aufgezeichnet werden.

Diese künstliche Reizung der Gleichgewichtsorgane kann manchmal kurzzeitig ein Schwindelgefühl auslösen.

Stroboskopie

Was ist eine „Stroboskopie?“

Die Laryngo-Stroboskopie beleuchtet die Stimmlippen mit schwingungssynchronem Blitzlicht. Sie dient der Sichtbarmachung normaler und pathologischer Schwingungsverläufe der Stimmlippen während der Stimmgebung.

Sie ist eine weltweit anerkannte und unersetzbare Routineuntersuchung in der phoniatrisch-pädaudiologischen Praxis und erfordert ein grundsätzliches theoretisches und praktisches Wissen aus dem Fachgebiet der Phoniatrie und Pädaudiologie.

Sie ist immer Bestandteil einer mehrdimensionalen Stimmdiagnostik („Bausteindiagnostik“), d.h., Diagnosen allein aus einem stroboskopischen Besfund zu stellen, ist meist nicht möglich.

Die qualitative stroboskopische Schwingungsanalyse der Stimmlippen beruht auf folgenden Beurteilungskriterien: Glottisschluß

  • Amplitude
  • Symmetrie
  • Periodizität
  • Regularität
  • Randkantenverschiebung und ggf.
  • phonatorischer Stillstand.

Ziel der quantitativen Beurteilung des stroboskopischen Befundes ist die genaue Beschreibung der einzelnen Schwingungsphasen der Stimmlippen.

Anwendungsgebiete der Stroboskopie sind organische Stimmstörungen (u.a. Stimmlippenknötchen, Stimmlippencysten, Stimmlippenlähmungen, chron. Laryngitis, Hyperkeratose, Leukoplakie und frühe Verlaufsformen von glottischen Karziomen, sowie funktionelle Stimmstörungen (sog. hyper- und hypofunktionelle Dysphonie). nach oben

Tinnitus (Ohrgeräusche)

Was versteht man unter Tinnitus?

Leidet ein Patient unter Tinnitus, nimmt er einen Ton oder ein Geräusch wahr, das objektiv nicht existiert. Diese Töne oder Geräusche sind von anderen Personen also nicht zu hören.

Tinnitus kann in jedem Lebensalter vorkommen. Nach Angaben der Deutschen Tinnitus-Liga sind in Deutschland etwa 8 % aller Erwachsenen betroffen. Durch die stetig zunehmende Lärmbelastung (z.B. in Diskotheken) nimmt aber die Häufigkeit bereits im jugendlichen Alter zu. So sind über 5 % der Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis zum 29. Lebensjahr bereits von Tinnitus betroffen.

Was ist die Ursache für das Entstehen von Tinnitus?

Tinnitus wird vermutlich, ähnlich wie der Hörsturz, auf Grund von Durchblutungsstörungen der kleinsten Innenohrgefäße ausgelöst. Begünstigende Faktoren sind beispielsweise:

  • Lärmbelastung und Stress-Situationen: Sie werden als Auslöser bei ungefähr die Hälfte der Tinnitus-Patienten vermutet.
  • Erkrankungen der Ohren, wie z.B. Entzündungen (Mittelohrentzündung), Ohrenschmalz, Verletzungen des Trommelfells (Trommelfellperforation) oder Tumore (Akustikusneurinom).
  • Andere Erkrankungen, beispielsweise Stoffwechselerkrankungen (hohes Cholesterin), Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen der Kopf- und Wirbelsäulengefäße (Arteriosklerose), Multiple Sklerose, Erkrankungen der Halswirbelsäule (z.B. Schleudertrauma nach Autounfall) oder Gebissfehlstellungen. Aber auch Vergiftungen und bestimmte Medikamente können unter Umständen Tinnitus auslösen.

Wie äußert sich Tinnitus?

  • Einseitige oder beidseitige Geräuschphänomene wie Sausen, Pfeifen, Brummen, Zischen, Rauschen, Knacken.
  • Eventuell Hörminderung
  • Manchmal Schwindel

Je nach Schweregrad teilt man den Tinnitus folgendermaßen ein:

  • Kompensierter Tinnitus: Der Patient registriert zwar Geräusche, kann mit diesen aber umgehen, so dass kein oder nur ein geringer Leidensdruck entsteht.
  • Dekompensierter Tinnitus: Dieser führt zu massiven Auswirkungen auf sämtliche Lebensbereiche und verursacht einen großen Leidensdruck. Es kann zu Symptomen wie Angstzuständen, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen und Depressionen kommen.

Je nach Dauer des Tinnitus und der davon abhängigen Behandlung unterscheidet man folgende Arten:

  • Akuter Tinnitus (Dauer: bis zu 3 Monaten)
  • Subakuter Tinnitus (Dauer: bis zu 6 Monaten)
  • Chronischer Tinnitus (Dauer: mehr als 6 Monate)

Wie wird Tinnitus diagnostiziert ?

Bei Auftreten von Tinnitus sollten einige wichtige Untersuchungen durchgeführt werden, durch die eine akut behandlungsbedürftige Ursache gefunden werden kann. Dazu gehören neben der Befragung der Krankengeschichte (Anamnese) eine komplette Hals-, Nasen-und Ohrenuntersuchung, inklusive der Ohrenspiegelung, verschiedene Hörprüfungen und die Gleichgewichtsprüfung.

Neben der Lautstärkenbestimmung des Tinnitus erfolgt auch die sog. Verdeckbarkeit des Tinnitus: Hierbei werden dem Patienten so lange verschiedene Töne angeboten, bis er den Tinnitus nicht mehr wahrnimmt.

Zudem werden unter Umständen Blutuntersuchungen durchgeführt, z.B. bei Verdacht auf einen erhöhten Cholesterinspiegel oder eine Entzündung, der Blutdruck gemessen sowie der Kau-Apparat untersucht.

Im Einzelfall sind eventuell auch apparative Untersuchungsmethoden angebracht, z.B. eine Ultraschalluntersuchung der Halsgefäße (Doppler-Sonografie), eine Röntgenuntersuchung oder Kernspintomografie (z.B. bei Verdacht auf ein Akustikusneurinom).

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Tinnitus?

Die Therapie orientiert sich, neben der Behandlung der Ursache – falls eine gefunden werden kann – am Zeitverlauf und dem Schweregrad des Tinnitus:

  • So wird bei akutem Tinnitus versucht, die Ohrgeräusche vollständig zu beseitigen.
  • Bei chronischem Tinnitus wird dieses Ziel nur sehr selten erreicht.

Es gibt folgende Behandlungsmöglichkeiten:

Akuter Tinnitus: Wichtig ist hier vor allem, dass die Behandlung frühzeitig begonnen wird, also innerhalb der ersten Tage nach Auftreten des Tinnitus.

  • Infusionstherapie mit durchblutungsfördernden Medikamenten. Dadurch soll das Innenohr besser mit Blut und Sauerstoff versorgt werden.
  • Kortisontherapie, auch in Form von Infusionen, unter anderem zur Behandlung evtl. vorhandener Entzündungen.
  • Hyperbare Sauerstofftherapie: Haben die oben erwähnten Behandlungen keine Besserung erbracht, so kann dieser Therapieansatz versucht werden. Allerdings ist die Wirkung bisher umstritten, da sich diese Therapie noch im Versuchsstadium befindet.

Subakuter und chronischer Tinnitus: Hier ist vor allem eine intensive Betreuung des Patienten durch den Arzt wichtig. Der Patient muss lernen im Alltag mit seinem Ohrgeräusch umzugehen. Seine Lebensführung muss entsprechend verändert werden, beispielsweise:

  • Stressabbau -> Ruhe fördert den Heilungsprozess
  • Lärm sollte gemieden werden
  • Entspannungsverfahren wie autogenes Training können hilfreich sein. Unter Umständen kann auch eine Psychotherapie weiterhelfen.
  • Spezielle Hörsysteme können die Tinnitus durch ein Rauschen überdecken. Eventuell werden diese im Zusammenhang mit einer Tinnitus-Retraining-Therapie verordnet. Diese besteht neben der Anpassung der Hörsysteme aus mehreren Beratungssitzungen, die sich über etwa 18 Monate erstrecken. Die Kombination dieser beiden Methoden scheint gute Erfolge zu erzielen.
  • Hörgeräte sind sinnvoll, falls ein zusätzlicher Hörverlust besteht.

Wenn notwendig kann eine physikalisch-medizinische Behandlung der Halswirbelsäule (z.B. Krankengymnastik) und/oder eine kieferorthopädische Behandlung (z.B. bei Fehlstellung des Gebisses) erfolgen.

Welche Komplikationen können auftreten?

Etwa 2,5 % der Patienten gelingt es überhaupt nicht, sich an das Ohrgeräusch zu gewöhnen. Sie leiden dann verstärkt an:

  • Schlafstörungen
  • Angstzustände
  • Kopf- und Magenschmerzen
  • Depressionen

In seltenen Fällen kann es bis zur Arbeitsunfähigkeit gehen. Eine medizinisch-psychologische Kombinationstherapie kann die Tinnitusbelastung schon in der Frühphase deutlich senken und möglicherweise auch der Chronifizierung vorbeugen.

Wie ist die Prognose?

Allgemein gilt: Je früher der Behandlungsbeginn, desto besser die Prognose!

Während die Behandlungserfolge bei einem akuten Tinnitus mit einer Infusionstherapie am besten sind, wird die Heilungswahrscheinlichkeit immer geringer, je länger der Tinnitus besteht (subakutes und chronisches Stadium).

Dabei bedeutet Heilung die Auslöschung des Ohrgeräusches. Bei etwa 50 % der Patienten entwickelt sich ein bleibender Tinnitus. Hier kann durch die obigen Therapieformen und entsprechende Strategien eine gute Wiederherstellung der Lebensqualität ermöglicht werden.

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Tonsillektomie - Entfernung der Gaumenmandeln

Schema TonsillenDie Entfernung der Gaumenmandeln zählt zu den häufigsten operativen Eingriffen in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Er wird üblicherweise in Vollnarkose durchgeführt. Ein anschließender Klinikaufenthalt von 4-6 Tagen ist deshalb erforderlich, weil es in dieser Zeit zu gefährlichen Nachblutungen aus der Operationswunde kommen kann.

Notwendigkeit einer Gaumenmandelentfernung:

Hauptgründe für die Notwendigkeit dieser Operation sind häufig (ab ca. 3x im Jahr) wiederkehrende akute Mandelentzündungen (Angina tonsillaris), eine Eiteransammlung im Bereich der Mandel (Abszess) und chronische Mandelentzündungen.

Vorteile und Risiken der Gaumenmandelentfernung:

Durch die Entfernung wird die Mandel als Ausgangspunkt für wiederkehrende Entzündungen und als chronischer Eiterherd ausgeschaltet.

Aufgrund der starken Durchblutung der Umgebung besteht die Hauptkomplikation in der Nachblutung, die nach der Operation in 1-6 % der Fälle auftritt.

Vorbereitung der Gaumenmandelentfernung:

In der Regel erfolgt einen Tag vor der Operation die stationäre Aufnahme. In Vorbereitung auf die Operation wird durch den HNO-Arzt ein Aufklärungsgespräch durchgeführt, in dem auf die Risiken und die Fragen des Patienten (bzw. der Eltern) eingegangen wird. Ein Narkosearzt bespricht außerdem den Narkoseablauf.

Nachbereitung der Gaumenmandelentfernung:

Die ersten Stunden nach der Operation werden meist „verschlafen“. Schmerzen treten besonders beim Schlucken auf und werden medikamentös, durch Gabe von schmerzstillenden Tabletten oder Zäpfchen behandelt.

Alternativen zur Gaumenmandelentfernung:

TonsillenhyperplasieBei einer Gaumenmandelvergrößerung sowie einer chronischen Gaumenmandelentzündung stehen keine alternativen Behandlungsmethoden zur Mandelentfernung zur Verfügung.

Rechts:Vergrößerte Gaumenmandeln (Tonsillenhyperplasie)




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